Richtiges Lüften im Sommer und Winter
Richtiges Lüften im Sommer und Winter - ein gutes Wohngefühl
Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebensraumes, wichtig ist, dieses Element richtig einzusetzen. In den Wohnräumen ist „Wasser“ bzw. hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden, um negative Folgeerscheinungen wie unangenehme Wohnlichkeit und Schimmelpilzbildung hintanzuhalten. Dazu ist aber RICHTIGES LÜFTEN IHRES WOHNBEREICHES unbedingt NOTWENDIG.
Probleme, die durch falsches Lüften entstehen, können durch eine gezielte richtige Belüftung gelöst werden. Bezüglich des „Lüftens“ herrschen allgemein viele Irrtümer. Wir möchten Ihnen durch diese Beschreibung Zusammenhänge bzw. Voraussetzungen zum Verständnis wichtiger physikalischer Abläufe schaffen:
Lüftung dient in erster Linie zur Regulation der Luftfeuchtigkeit von bewohnten Räumen.
Richtige Belüftung bedeutet somit:
1. Abschnitt - Winter: Maximaler Abtransport der im Mauerwerk gespeicherten Feuchtigkeit. Hiebei kann es sich um Neubaufeuchte handeln, oder um Kondensfeuchte, die gespeichert wurde. Weiters reduziert richtiges Lüften im Winter die relative Luftfeuchtigkeit, und damit die Kondensgefahr und Schimmelpilzbildung.
2. Abschnitt – Sommer: Keine Feuchtaufnahme des Mauerwerks durch Kondensation.
1. Abschnitt: So nutzen Sie den Winter optimal!
Warum gerade im Winter werden Sie sich fragen?
Im Winter kann Luft besonders leicht aufnahmefähig für Feuchtigkeit gemacht werden. Eine Tatsache, die zu wenig bekannt ist. Die kalte Luft, die im Winter wenig Wasserdampf enthält, wird nach dem Lüften im Raum durch Erwärmung trocken!!! Folgende Tabelle zeigt, wieviel Wasserdampf maximal die Luft bei welcher Temperatur aufnehmen kann; (maximale Wasserdampf-Aufnahme = 100% Luftfeuchtigkeit).
Temperatur
| maximaler Wasserdampfgehalt pro m3 Luft |
Temperatur | maximaler Wasserdampfgehalt pro m3 Luft |
- 20 Grad | 0,9 gr. | + 05 Grad | 6,8 gr. |
- 15 Grad | 1,4 gr. | + 10 Grad | 9,4 gr. |
- 10 Grad | 2,2 gr. | + 15 Grad | 12,8 gr. |
- 5 Grad | 3,3 gr. | + 20 Grad | 17,3 gr. |
0 Grad | 4,4 gr. | + 25 Grad | 23,1 gr. |
Da sich zwischen einem Baustoff (Wand / Mauer) und der Umgebungsluft im Laufe der Zeit ein Feuchtigkeitsgleichgewicht einstellt (physikalische Gesetzmäßigkeit), kann eine Wand bei trockener Luft einen großen Teil der gespeicherten Feuchtigkeit an die Luft abgeben. Gezieltes Lüften, besonders bei kalten Außentemperaturen kann also helfen, die in der Mauer (oder Materialien) gespeicherte Feuchtigkeit abtransportieren. Die Temperatur der Außenluft muss lediglich unter der Raumtemperatur liegen; 4 –5 Grad reichen schon aus, um die Luft ca. 30% trockener zu machen. Wirksames Lüften vollzieht sich also in 4 wesentlichen Phasen:
a. Luftwechsel: kompletter Luftaustausch durch einige Minuten Querlüften (Fenster ganz öffnen – nicht kippen – 5-10 Minuten reichen oft aus). Nach dem Lüften hat die Innenluft dann die Werte der Außenluft.
b. Erwärmung der Luft: dies geschieht auch ohne zusätzliches Heizen von ganz allein, auf Grund der höheren Wandtemperatur.
c. Aufnahme von Feuchtigkeit: Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit, wenn noch gespeicherte Feuchtigkeit in der Mauer ist. Bleibt die Luft trocken, so ist die Ausgleichsfeuchtigkeit erreicht.
d. Erneuter Luftwechsel: wieder Lüften wie unter Punkt a. angeführt.
Der in der Wohnung angefallene Wasserdampf muss aus dieser wieder entweichen können. Ist die Luft bereits mit Wasser „gesättigt“, kann die Feuchtigkeit nicht mehr verdunsten, so schlägt sich diese Feuchtigkeit besonders an den kühlen Stellen Ihrer Wohnung in Form von Kondensat nieder und zwar an den Außenwänden und Außendecken, in den oberen Raumecken, rund um das Fenster, an den Glasscheiben und an anderen exponierten Stellen.
Dies kann mit der Zeit zu Schimmelbildung (ist ein Pilz, der nur ganz, ganz schwer wieder wegzubringen ist, auch wenn man ihn nicht sieht!) und fallweise sogar zur Zerstörung des Innenputzes führen.
2. Abschnitt: So Lüften Sie im Sommer optimal!
Sobald im Frühjahr, Frühsommer die Außentemperaturen ansteigen, wächst die Gefahr, dass es bei der Wohnraumbelüftung zur Abkühlung der Luft kommt und somit zum Tauwasserausfall. Wenn warme Luft an kalten Flächen abkühlt, kommt es zum „Schwitzen“ auf der Wandoberfläche. Diese gespeicherte Feuchtigkeit kann NUR!!! von einer trockenen Luft aufgenommen werden. Trockene, aufnahmefähige Luft gibt es aber erst, wenn sich Luft um einige Grad erwärmt. Solange mit wärmerer Luft gelüftet wird, die sich abkühlt, gibt es Kondensgefahr. Die günstigsten Lüftungszeiten im Sommer sind also dann, wenn es außen kühl ist. Dies ist abends, morgens und nachts der Fall. Die kälteste Zeit in der Nacht ist etwa um 4.00 Uhr früh morgens, dies lässt sich am Thermometer beobachten und ein solches sollten Sie sich anschaffen, zusammen mit einen Hygrometer, der die jeweilige Luftfeuchtigkeit anzeigt.
Auf diese Weise gelüftet, bewirkt keine Kondensation (Kondenswasser allg. Schwitzwasser genannt), keine Mauerfeuchtigkeit und infolge auch „KEINE SCHIMMELPILZBILDUNG“.
WEITERE ZWECKDIENLICHE MASSNAHMEN:
* Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht in der Wohnung;
* Kästen nie dicht an die Mauer stellen (ca. 10 cm Abstand) - sie sollen „hinterlüftet“ sein;
* Bei Einbaumöbel sollten die Außenmauern nicht verbaut werden. Wollen Sie nicht darauf verzichten, so ist eine gute Luftzirkulation zwischen Möbel und Mauerwerk herzustellen.
* Nicht den Dunstabzug beim Kochen einschalten und Fenster kippen – Dunstabzug einschalten – Fenster erst nach dem Kochen ganz öffnen!
* „Querlüften“
Mit diesen Hinweisen wollen wir nur unterstützend wirken und Ihnen helfen, eine wohnliche, gesunde Atmosphäre in Ihren Wohnbereich zu bringen.
Schimmelpilzbildung als Krankheitsverursacher – das muss nicht sein!
